Intakte Wirtschaftswege: Für Landwirte und Radfahrer gleichermaßen wichtig

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Eine für den Wirtschaftswegebau „Mega-Baustelle“ erlebt zurzeit die Stadt Ahlen am Prozessionsweg. Bauleiter Ansgar Drees greift ganz bewusst zum Superlativ. „Einen so langen Abschnitt haben wir bislang noch nie an einem Stück saniert“, sagt der Straßenbautechniker der Ahlener Umweltbetriebe (AUB).

Fast zwei Kilometer lang ist der Abschnitt zwischen der Kreuzung Sendenhorster Straße und der Ortsgrenze zu Sendenhorst im Ahlener Nordwesten. Anfang August hatte die Baufirma Karl Pollmann aus Beckum begonnen, mit großem Gerät die arg ramponierte Straße unter Vollsperrung wieder auf Vordermann zu bringen. Mit einem Querschnitt von dreieinhalb Meter wird sie künftig etwas breiter ausfallen.

Nachdem die alte und über weite Strecken verschlissene Fahrbahnoberfläche abgefräst worden ist, laufen seit Wochenmitte die Asphaltierungsarbeiten. Das Altmaterial ist wiederverwendet worden, „nachhaltig und ressourcenschonend“, so Drees. Zur Schottertragschicht verdichtet dient die frühere Oberfläche nun als Frostschutz unter dem neuen Asphalt. Bis zum Wochenende soll die neue Decke im Groben liegen, pünktlich zum Ende der Betriebsferien des Hofes Schulze Rötering, dessen Café und Hofladen ein beliebtes Ausflugsziel für viele Ahlener nicht nur an den freien Tagen der Woche sind. „Die Zufahrt wird unter Einschränkungen möglich sein“, weist Mathias Wehmeyer, Teamleiter Straßenbau bei den AUB, auf noch nachfolgende Arbeiten an den Banketten und Nebenanlagen hin, die Zeit bis Ende August brauchen.

Das abgestimmte Zusammenspiel zwischen Stadt, Landwirten und Anliegern beim Wirtschaftswegebau möchte Martin Post, Vorsitzender des Bauerschaftsbeirates, grundsätzlich betonen. „Das ist wirklich alles gut arrangiert, nicht nur hier am Prozessionsweg, sondern auch generell.“ Die Mühe, ein Wirtschaftswegekonzept für Ahlen aufzustellen, habe sich durchweg gelohnt. Derselben Meinung ist Stadtbaurat Andreas Mentz. In der gemeinsam mit dem Bauerschaftsbeirat entwickelten Prioritätenliste habe der Prozessionsweg weit oben gestanden. Bürgermeister Dr. Alexander Berger unterstreicht, dass die zur Ertüchtigung der Wirtschaftswege erforderlichen finanziellen Mittel im städtischen Haushalt gesichert seien. Er spricht „von einer gesamtstädtischen Angelegenheit, von der nicht nur Landwirte profitieren, sondern alle Bürgerinnen und Bürger.“ Touristisch als auch für den örtlichen Freizeitverkehr seien die Wirtschaftswege in einer Fahrradstadt wie Ahlen gar nicht mehr wegzudenken. 300.000 Euro stehen in diesem Jahr für deren Sanierung zur Verfügung. Nahezu komplett fließen sie in den Prozessionsweg, zeitgleich werden aus Gründen der Verkehrssicherung rund 600 Meter auf Wegen im Bereich der Langst instandgesetzt.

Claus Rasmussen, Bauleiter der Firma Pollmann, ist froh, dass die ganz heißen Tage des Sommers hinter ihm und seinen Männern liegen. Mit 160 Grad verlässt der Asphalt den großen Fertiger, was für die Umgebungstemperatur nicht folgenlos bleibt. „Daran gewöhnt man sich, aber es ist schon anstrengend und schlaucht ordentlich, wenn man den ganzen Tag diese Arbeit macht.“ Die Baustelle liege jedenfalls voll im Plan, „und das ist das Wichtigste.“

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